SPD will Vaatz das Mandat abjagen

Features


Karaoke im Peaches - Aktion Unsere Stimmen für Deine Stimme

Samstag, 26. September 2009
(Sächsische Zeitung)

Von Thilo Alexe

Ines Vogel kämpft auf vielfältige Weise. Die 28-Jährige singt Karaoke in
Neustädter Szenekneipen. Sie saust im historischen Sufragetten-Kostüm um Arnsdorfer Supermärkte, um an die Einführung des Frauenwahlrechts vor 90 Jahren zu erinnern. "Man muss die Leute da abholen, wo sie sind", sagt die SPD-Frau. Sie hat ein klares Ziel. Vogel will in den Bundestag.

Die Neuordnung sächsischer Wahlkreise könnte ihr dabei nützen. Seit 1990
hat stets die Dresdner Union die Direktmandate gewonnen. 2009 könnte das erstmals seit der Wende anders werden. Der Grund: Der Wahlkreis 161 hat sich bislang von der rechtselbischen Seite über den Dresdner Westen bis Meißen erstreckt. Jetzt zieht er sich nördlich bis in den Kreis Bautzen.
Mittendrin: Die SPD-Hochburg Radeberg.

"Der Wahlkreis ist röter geworden. Das hilft der SPD", sagt Vogel. Mit
satten 81 Prozent der Stimmen wurde SPD-Mann Gerhard Lemm im vergangenen Jahr als Radeberger Bürgermeister bestätigt. Bei Land- und
Bundestagswahlen lag die CDU in der Bierstadt aber vor den Sozialdemokraten.

Reichlich zehn Prozentpunkte trennten 2005 die Kandidaten von Union und
SPD. "Wenn sich nur etwa fünf Prozent umentscheiden, könnte es für mich klappen", rechnet Vogel vor.

Die Historikerin, die Sprecherin der sächsischen Arbeiterwohlfahrt ist,
hat einen starken Gegner. Wie 2005 tritt der Ex-Bürgerrechtler Arnold
Vaatz für die CDU an. Seit elf Jahren sitzt der einstige Umweltminister
Kurt Biedenkopfs im Parlament. Seit 2002 ist er einer der
Vizefraktionschefs und unter anderem für den Aufbau Ost zuständig. Vaatz ist gut vernetzt. Mit seiner teils heftigen Kritik an den Gegnern der
Waldschlößchenbrücke vergnatzte er zwar die Welterbe-Initiativen. Bei
der Stammwählerschaft der Schwarzen dürft er aber gepunktet haben.

Eng könnte es auch im zweiten Dresdner Wahlkreis 160 werden, der den
Großteil der Altstädter Elbseite umfasst. Es kommt zur Neuauflage des
Duells von 2005. Mit knapp fünf Prozentpunkten Vorsprung siegte CDU-Mann Andreas Lämmel vor der SPD-Bewerberin Marlies Volkmer. Bei den
Zweitstimmen lagen allerdings die Sozialdemokraten vorn.

Orosz erinnert an 1989

Fünf Dresdner vertraten die Stadt bislang in Berlin. Neben Vaatz und
Lämmel zogen Volkmer, Katja Kipping (Linke) und Jan Mücke (FDP) über die
Listenplätze ihrer Parteien in den Bundestag ein -- ein Erfolg, der ihnen
auch in diesem Jahr gelingen dürfte. Spannend ist aber, ob ein sechster
Dresdner hinzukommt. Der 30-jährige Stadtrat Stephan Kühn ist
Direktkandidat und steht auf Platz zwei der Landesliste. Halten die
Grünen ihr Ergebnis -- sachsenweit kamen sie 2005 auf fünf Prozent --
dürfte auch er Abgeordneter werden.

Reichlich 420000 Dresdner sind am Sonntag wahlberechtigt.
Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) ruft zu einer regen Beteiligung
auf: "Das Recht auf demokratische freie Wahlen ist eins von den
Menschen- und Bürgerrechten, die vor 20 Jahren engagierte Menschen
erkämpften. Dieses Recht sollte keiner achtlos wegwerfen."

Kreiswahlleiter Detlef Sittel ergänzt: "Es ist sehr wichtig, diese
Errungenschaft demokratischer Wahlen wahrzunehmen und zu pflegen."

 
 

WebsoziCMS 2.9.9 - 159667 -

Prohlis-Sozis

 

 

Besucher:159668
Heute:14
Online:5
 

Zitate

Berlin hat etwas Klares, Schroffes. Aber wenn du jemand anlachst, kriegst du immer ein Lachen zurück.
[Franka Potente am 10.03.2005 im "Tagesspiegel"]

 

Dabeisein? Na dann!

 

Endstation Rechts

 

Umfrage

...wenn heute Bundestagswahl wäre?

Umfrageübersicht

Wen würden Sie wählen..?