Nobelpreisträger im Dresdner Theater Wechselbad
Beeindruckend und berührend war Günter Grass' Auftritt im Dresdner Wechselbad. Mit über 700 Zuhörern fast aus den Nähten platzend, bot das Theater einen guten Rahmen für Nachdenkliches und Kämpferisches. Günter Grass las aus "Mein Jahrhundert", Jens Sparschuh aus "Putz- und Flickstunde". Barbara Kisseler geißelte den schwarz-gelben Koalitionsvertrag, der Sachsens Kultur zwischen Brauchtumspflege und Sächsischem Nationalmuseum verortet und von Zeitgenössischem oder kultureller Bildung nichts wissen will. Das Verdikt des Nobelpreisträgers war denn auch hart: "Provinziell", sei die Vereinbarung.
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Die Rolle von Kunst und Künstlern in einer demokratischen Gesellschaft war ebenso Gesprächsthema, wie die Verzerrung politischer Sprache.
Dazu nur ein Zitat des Dresdner Abgeordneten Arnold Vaatz (CDU) mit dem Versuch, Arbeitnehmerrechte unter dieselbe "Gier" zu subsummieren, die man den Finanzjongleuren nachsagt:
„Der Fingerzeig auf die gierigen Finanzhaie und Industriebosse sei nur die halbe Wahrheit, konstatierte Vaatz. Gier sei es auch, wenn die Gewerkschaften in der Krise, trotz leerer Kassen und Auftragsbücher sowie wachsender Staatsverschuldung ihre Mitglieder zu immer höheren Gehaltsforderungen anstifteten.“
(Pressemitteilung Wirtschaftsrat LV Sachsen zur Abendveranstaltung „Wirtschaftliche Strategien für Ostdeutschland/Sachsen“, 19.05.09, Dresden)